Quartiersenergiesysteme als Soziale Orte

Projekt im Innovationsbereich III: Soziale Flieh- und Bindekräfte der Forschungsplattform „Soziale Dynamiken der Energietransformation“ in der Förderlinie „Transformation des Energiesystems Niedersachsen“ (TEN.efzn)

Projektteam

Das Projekt wird bearbeitet durch Nina Kerker und Prof. Dr. Berthold Vogel (Projektverantwortung)

Laufzeit und Förderung

10/2024 – 10/2029

Gefördert durch zukunft.niedersachsen des niedersächsischen MWK und der VolkswagenStiftung

Über das Projekt


Die Transformation nationaler Energiesysteme erfordert einen Wandel hin zu dezentralen Strukturen. Lokale Kontexte, in denen sich dieser Wandel maßgeblich abspielt, rücken damit in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. So auch im Projekt

Quartierenergiesysteme als Soziale Orte“, in dem die Frage untersucht wird, unter welchen Bedingungen sich Bürgerenergieprojekte zu Sozialen Energie-Orten entwickeln. Dabei steht die Annahme im Fokus, dass die Verbindung aus sozialem und technischem Vertrauen zentraler Motor für Veränderung und Triebfeder des sozialen Zusammenhalts ist.

Das Projekt hat sein theoretisches Fundament u.a. im Soziale-Orte-Konzept aus der Zusammenhalts- und Innovationsforschung.

Das theoretische Erkenntnisinteresse richtet sich auf die Frage, wie der Ansatz auf den Kontext der Energiewende übertragen werden kann und inwiefern er zur wissenschaftlichen Debatte über bürgergetragene Energieprojekte beiträgt.





Im Fokus steht dabei die veränderte Rolle der Bürger:innen, die, angelehnt an Konzepte wie Energy Citizenship und Energy Democracy, zu aktiven Mitgestalter:innen der Energiewende werden.

Folgende Forschungsfragen werden im Projektkontext bearbeitet:

  • Unter welchen Bedingungen entstehen Kooperationen der lokalen Bürgerschaft, Verwaltung und Privatwirtschaft und wie sind diese gestaltet?
  • Wie bringen die beteiligten Akteur:innen ihre Interessen im Sinne einer gemeinwohlorientierten Gestaltung der Energiewende in Einklang und welche Ressourcen stellen sie hierfür bereit?
  • In welchem Maße tragen digitalisierte Energiesysteme zur Entstehung neuer Formen von Energy Citizenship und Bürgerenergieprojekten bei?

Das Projekt untersucht die Entstehung kohäsiver Kräfte im Kontext der Energiewende, um den Blick gezielt auf jene sozialen Dynamiken zu richten, die den diskursiv dominanten Fliehkräften gegenüber stehen.

Der empirische Zugang basiert auf Fallstudien, die als Langzeitbeobachtungen angelegt sind. Im Mittelpunkt steht eine Untersuchung im Quartier Helleheide in Oldenburg, das als energetisches Nachbarschaftsquartier konzipiert wurde und den Charakter eines Reallabors aufweist.

Forschungsnetzwerk


Das Teilprojekt ist gemeinsam mit zwei anderen Teilprojekten am SOFI Göttingen in die Forschungsplattform „Soziale Dynamiken“ des TEN.efzn-Forschungsprogramms eingebettet. Das inter- und transdisziplinäre, standortübergreifende Forschungsnetzwerk entwickelt sozial und technologisch nachhaltige Lösungen für die Energiewende in Niedersachsen. Dafür besteht das Netzwerk aus den sechs Forschungsplattformen Wind, Wasserstoff, Digitalisierung, Wärme, Geoenergiesysteme und Soziale Dynamiken. Das Teilprojekt zeichnet sich durch die Besonderheit aus, dass es in zwei der sechs Plattformen eingebunden ist. Zum einen ist es Teil der Forschungsplattform "Soziale Dynamiken der Energietransformation", zum anderen aber auch vollwertig in die interdisziplinäre Forschungsplattform "Vertrauenswürdige Digitalisierung sicherheitskritischer Energiesysteme" integriert.